Hörspiele und Feature

de-symphonic

Klanglandschaft nach Ludwig van Beethoven 

Von Werner Cee
Mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Texte Marion Poschmann

Stimme: Lilith Stangenberg


Produktion: Deutschlandfunk Kultur/BTHVN2020/Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin/Hans-Flesch-Gesellschaft 2020
Länge: 48'28

Beethovens „Pastorale“ entstand kurz vor Beginn der Industrialisierung. In der Folge erlebte das Verhältnis des Menschen zur Natur einen radikalen Umbruch. Zum 250. Geburtstag des Komponisten kehrt der Radiokünstler Werner Cee die Perspektive um. Er mikrofoniert die Orchestermaschinerie wie ein Stück Natur: Mit mehr als 50 Mikrofonen wurden Hunderte von Takes aufgenommen. So lassen sich Instrumente, musikalische Motive und Stimmen, kleinste Nuancen hervorheben und isolieren. Perspektiven verschieben sich, es entfaltet sich eine Klanglandschaft zwischen romantischen Orchesterklängen, Field Recordings und Musique Concrète.
Als Kontrapunkt erklingen Texte der Lyrikerin Marion Poschmann. Ihre Naturbetrachtungen zeigen die widersprüchliche Sehnsucht unserer hochtechnisierten Gesellschaft nach unverfälschter Idylle.

WHEN WEATHER WAS WILDLIFE

Seit Menschengedenken existiert der Wunsch, ins Wettergeschehen auf der Erde einzugreifen. An die Stelle ritueller oder religiöser Wetterbeschwörungen ist heute ein unter Klimawissenschaftlern, Politikern, Wirtschaftsfachleuten und Militärs offen und konkret geführter Diskurs über die weltweite Beeinflussung der Atmosphäre bis hinauf in die Stratosphäre. Wetter verliert seinen "Wildlife"-Charakter.
Werner Cee beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Thema und hat aus seinen Arbeitsmaterialien – altem genutzten wie ungenutzten sowie neuem Audiomaterial – den Soundtrack eines dystopischen Szenarios komponiert. Auf der Textebene collagiert er historische Zeugnisse (etwa von Lord Byron und Jón Steingrímsson über den Ausbruch des Laki-Vulkans 1783/84) mit zeitgenössischen Gedichten (wie den "Cloud Songs" von Bettina Obrecht) sowie Field-Recordings über eine Ätna-Beschwörung mit Dokumenten und Patentschriften aus dem US Patent and Trademark Office zum Geo-Engineering. Sie alle lässt er auf eine Klangwelt aus Soundscapes und irisierenden Atmosphären treffen – von traumverlorenen Landschaften bis hin zu apokalyptischem Unwetter.
Werner Cees Text-Musik-Stück bewegt sich entlang der ambivalenten Utopien von ergebener Naturfaszination und ergiebiger Naturbeherrschung, in denen es die eine richtige Antwort bisher nicht gibt oder auch vielleicht nie geben kann.


Prix Italia für „When Weather was Wildlife“ von Werner Cee


Hörstück erhält die traditionsreiche Trophäe in der Kategorie „Musik“ / 72. Ausgabe des internationalen Wettbewerbs in der italienischen Hauptstadt

Rom/Baden-Baden/Mainz. Bei der Verleihung des Prix Italia in Rom ist die SWR Produktion „When Weather was Wildlife“ von Werner Cee ausgezeichnet worden. Das Hörstück aus dem Jahr 2020 in Redaktion und Dramaturgie von Manfred Hess wurde in der Kategorie „Musik“ prämiert.


The Jury:
Gerhard Krammer (ORF, Austria), Adriana Kramaric (HRT, Croatia), Jesper Dein (DR, Denmark), Silvain Gire (ARTE Radio/ ARTE France, France), Won-Sup Shin (KBS, South Korea), Lia Fiorio (SMRTV, Republic of San Marino), Ivana Komadina (RTS, Serbia), Marie-Claire Doris (BBC, United Kingdom).
The President: Silvain Gire (ARTE Radio/ARTE France, France)
 

"This is an exceptional piece of radio art. The continuing change of pace and texture as well as the mix of poetry, field recordings and original music provides the listener with a deeply moving and nourishing experience. The sounds pour from the radio like a cool record, while carefully chosen texts, voices and musicians as well as the beautifully woven mix of sound and the important statement about climate change make this piece a masterpiece."


Schon einmal für die ARD mit dem Prix Italia geehrt

Bereits 2010 hatte Werner Cee den Prix Italia für die ARD erhalten für sein Musikstück „Winterreise – Featuring Schubert’s Winterreise“. Redaktion und Dramaturgie hatte damals ebenfalls Manfred Hess (Produktion: HR).

Bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und Internet

Der Prix Italia gilt als älteste und bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und Internet. Öffentlich-rechtliche und private Radio- und Fernsehstationen aus 45 Ländern sind Partner und ständige Mitglieder des Prix Italia. Die Organisation und Geschäftsführung hat die italienische Rundfunkanstalt RAI. Der 72. Prix Italia findet vom 21.-26. September 2020 in Rom statt. 1948 gegründet, befasste sich der internationale Wettbewerb zunächst nur mit Radio, 1957 kam das Fernsehen dazu, 1998 schließlich Web-Projekte.
http://www.rai.it/prixitalia/

https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/swr2-prixitalia-wernercee-104.html

„When Weather was Wildlife“ ist auf SWR2.de, in der SWR2 App und in der ARD Audiothek hörbar.







Territorien 

Hörspiel mit Texten von Wolfgang Hilbig
featuring Isabel Karajan, Michael Wertmüller

In dem Augenblick, da ihn das Blitzlicht traf, hatte er aufschäumende Nebel von schwarzen oder grauen Hieroglyphen zu sehen geglaubt, ein Schneegestöber von Buchstaben, das sich herabsenkte wie Brandqualm … als habe man oben im Himmel eine ungeheuere Bibliothek in die Luft gesprengt.
(…)
Aus der ästhetisch verdichteten Ordnung der Dinge, in der grenzenlosen, radikalen Freiheit von Wolfgang Hilbigs Dichtung leuchten Bilder auf, die in der alltäglichen Realität nicht zu haben sind. 
Deutschlandfunk Kultur 2019

Owning the Weather. Layer 2

Toxic Skies Orchestra Athana/Werner Cee  (NO/DE)
featuring Freddie Wadling

Im Jahr 1784 verfasste der isländische Pfarrer Jon Steingrimsson die erste ausführliche Dokumentation eines Vulkanausbruchs überhaupt. Seine Texte treffen hier auf eine Klangwelt aus bizarren Soundscapes und irisierenden Atmosphären – von traumverlorenen Landschaften bis hin zum apokalyptischen Unwetter. In diesem deutsch-norwegische Kooperationsprojekt kommt es zu einer explosiven Reaktion zwischen Alf Terje Hanas 1000 guitar-Sound, der Klangwelt von Werner Cees e-ch´in und der legendären Stimme des schwedischen Sängers Freddie Wadling.
Lange Nacht der Ars Acustica. SWR 2 2019

Sizilianische Trilogie

I Misteri – Eine italienische Fieldrecording-Oper

featuring Stefania Orsola Garello, Torrent, Giacomo Citicchio

Über Sizilien ist schon so viel Geschichte hinweggegangen, – alles entlädt sich hier im Westen wie in einem Rausch, einem wilden Lebenstheater. Das alltäglich auf den Straßen Palermos zelebrierte Schauspiel, die Mysterien der uralten Karfreitagsprozession von Trapani, äußern sich in einer überbordenden Fülle von Stimmen, Klängen und Geräuschen, Musik, Gesängen und Lärm. 

Eine Betrachtung dieser Kultur aus der nordischen Perspektive kann nur zur Odyssee werden – einen klaren Kurs zu halten, das ist angesichts all der Widersprüche, des turbulenten Lebens, nicht möglich.
SWR 2  2016

La Mattanza

Radiofeature
Thunfische folgen auf ihrem Zug festen Routen. Jedes Frühjahr führt diese Route direkt an den Egadischen Inseln, also an Favignana, vorbei. So konnte hier im Laufe von 900 Jahren eine rituelle Form der Thunfischjagd entstehen, welche der gesamten Region Wohlstand brachte und einen Nährboden schuf, auf dem sich Musik, Dichtung, Gebet, Ritus, soziale Strukturen, kurz: Identität entwickeln konnte – und den Menschen war es unvorstellbar, dass sich dieser uralte Rhythmus von Fischwanderung und Fischfang jemals ändern könnte.
Text/Übersetzung: Bettina Obrecht 
SWR 2  2016

Die Rückkehr der Proserpina – eine Ars Acustica-Pastorale

featuring Umberto Leone
Eine Ars Acustica-Pastorale nach sizilianischen Motiven

Das sizilianische Hinterland ist eine archaische, sonnendurchglühte, ernste Landschaft. Hier befinden sich die Schauplätze von Homers Odyssee und vom Raub der Proserpina, der Tempel der Ceres, die Kulissen allegorischer Gemälde aus der Romantik. Seit tausenden von Jahren ist dieses Land bewohnt und kultiviert, und Spuren der wechselvollen Geschichte sind überall zu finden.

SWR 2  2016

Anthropozän Trilogie

Dry Haze - The Year Without a Summer

featuring The Unthanks, Neville Tranter, Alf Terje Hana

In the year 1816, as a consequence of a vulcanic eruption in Indonesia, dry haze veiled the sky over vast parts of the Northern hemisphere. The dimmed sunlight even had its repercussions in the literary world – it inspired Lord Byron to write his famous poem „Darkness“.
Deutschlandfunk Kultur 2013

The Accidental Paradise

Der Salton Sea liegt unweit der kalifornischen Grenze zu Mexiko und war jahrhundertelang eine Wüste.  Für mehrere Jahrzehnte pulsierte rund um Salton Sea das Leben, bis ein Hochwasser den "American Dream" platzen ließ. Seit den 1980er Jahren finden sich hier erodierte Landschaften, aufgegebene Motels, versunkene Häuser, zerfallene Yachthäfen, tote Strände.
SWR 2 2013
Deutschlandfunk Kultur 2013

Fires of the Earth

featuring Freddie Wadling, Stian Westerhus, Michael Wertmüller
Based on the records by Jón Steingrímsson from 1784 after the Icelandic Laki volcano erupted, opening craters, creating huge explosions.

„I watched the convulsions of the underground fires myself, and others know of them as well. They began with the earth heaving upwards, with a great screaming and noise of wind from its depths, then splitting asunder, ripping and tearing, as if a crazed animal were tearing something apart. (…)

His descriptions hold an archaic force, evoking biblical images, bleak , archetypical, sequences, reminding of old paintings, dismal and still beautiful.
SWR 2 2013

Sol y Sombra

featuring Eivind Aarset, Erland Dahlen, Neville Tranter, Celia Bryce
Im Sommer 1967 strömten tausende von Jugendlichen aus den ganzen USA nach San Francisco. Es kam zu Protesten gegen den Vietnamkrieg, gleichzeitig stellte man sich jedoch Fragen nach dem Wesen der Realität, der Wahrnehmung, des menschlichen Bewusstseins. 

Das Hörstück spiegelt die Widersprüchlichkeit dieser Zeit in einer poppig-surrealen Komposition.
Pathos und entrückte Naturmystik, Poetik und Unsinn, Träume und Alpträume treffen in einem Kaleidoskop von Texten, Musik und Klängen unvermittelt aufeinander.
SWR 2  2017

featuring Schuberts Winterreise

featuring Eivind Aarset, Neville Tranter, Norbert Grossmann
In „Featuring Schubert´s Winter Journey“, the original composition only appears in the shape of extracts, fragments, quotations. The work is being disarranged and returned to the wild, in regions originally foreign to the species … So the radiophonous work does not focus
on the musical work „Winter Journey“ itself, but on the phenomenon, the mystery. The original composition is left behind, only serving as a trigger forindividual sound journeys, but always present as a directing phenomenon.
HR 2010

Torrent of Dreams and Nightmares

featuring Gaspare Balsamo, Giovanni Apprendi, Norbert Grossmann

The piece was inspired by the monumental novel „I fatti della fera“ by Sicilian writer Stefano d’Arrigo, a work describing the last eight days in the life of ´Ndrija Cambrìa. The sailor ´Ndrija returns from the war in1943 and tries to reach his home village on Sicily.
The present director’s cut is a purely monologue version of the piece in Sicilian language, containing scenes and fragments of ancient mythology and folklore, war trauma, feverish dreams, all described while sailing on a smuggler’s boat on the Mediterranean sea.
The speaker uses the ancient Sicilian style of „cunto“, a storytelling method which draws on Greek theater and relies heavily on improvisation.
Deutschlandfunk Kultur 2018 

Gutes Klima in Teufels Küche

Feature über GeoEngineering

Klima-Ingenieure stellen ihre Rettungspläne vor, um eine drohende Katastrophe abzuwenden: Im Solar Radiation Management soll die Erde einen Schutzschirm erhalten, Nano-Partikel-Schichten sollen eingebracht, unzählige Spiegel in der Ionosphäre platziert werden.
Befürworter und Gegner eines solchen Climate Engineering befeuern eine bereits hocherhitzte Debatte um das veränderte Weltklima.
Text: Bettina Obrecht
SWR 2  2018

AGON

featuring Viviane de Farias, Neville Tranter
“Falls ich noch einen letzten Film drehen würde, dann über das Zusammenspiel von Wissenschaft und Terrorismus.” (Buñuel) Kurz vor seinem Tod zieht sich Luis Buñuel gemeinsam mit Jean-Claude Carrière zum letzten Mal in sein mexikanisches Lieblingshotel zurück, um an einem Drehbuch zu arbeiten. Enttäuscht stellen beide fest, dass die Bar des Hauses verschwunden ist. Das Filmprojekt wird nie realisiert.
Deutschlandradio 2010

Fire and Forget

featuring Neville Tranter, Eivind Aarset, Peter Hollinger
Fire and Forget is a concept taken from modern weapons technology: Once a missile or bomb is fired, there is no need for any further guidance.
The texts–-quotes taken from censored horror movies, weapon descriptions, the biography of a weapon’s inventor and lyrics from Jimi Hendrix–-are spoken by puppeteer Neville Tranter.
WDR 2005

Repercusión oder Die Hände de Che

Kuba – Traumziel für Reisende, Mythos von der sozialistischen Revolution und Sehnsucht nach karibischer Leichtigkeit. Als Werner Cee 1998 nach Kuba reist, ist sein Bild unscharf. Drei Wochen lang erkundet er die Inselwelt mit dem Tonbandgerät. Er stößt auf die Geschichte von “Che” Guevaras Händen, die von der bolivianischen Armee als Beweis ihres Sieges abgeschlagen wurden. Klänge und Geräusche führen in eine Welt zwischen den Zeiten, in der Auto-bahnen von Pferdekarren befahren werden und der Prunk vergangener Zeiten längst verfallen ist.
Deutschlandradio 2003 

Drift

featuring "Kamer" choir, Riga
During concerts of the "Kamer" choir, I made recordings, not restricting my attention to the singing, but also including the noises of the surrounding as well as what happened before and after the concerts. These recordings served as the basic material for the first, "musique concrète"-oriented version of the electroacoustic composition I realized in the studio. With the resulting musical piece in hands, I returned to the choir asking the singers to interprete the new scenes. I recorded their singing and the noises they created in different spaces and with different miking techniques.
HR 2001

Die Zeit weht – Ränder der Musik

featuring Eivind Aarset, Ensemble Modern
“Die Zeit weht” ist ein Hörstück über Wolken – über das Formlose, Nichtige, Veränderliche und bodenlos Symbolische dieser Himmelserscheinungen, komponiert aus den wehenden Klangbildern zweier hybrider Instrumente: der E-Chin von Werner Cee und der E-Gitarre von Eivind Aarset. “Ränder der Musik” ist ein Hörstück über die Poesie des Ungewollten, des Nutzlosen, des Nichtausgedachten und Nichtgemachten. Es besteht aus den Geräuschen von Musikern vor und nach dem Musizieren. Eine Komposition, die die Klänge zeigt wie sie sind: scheinbar zufällig, mühelos.
Deutschlandradio 2007

Maschinerie der Polarlandschaft

featuring Beatrix Wagner, Gerhard Eckert, Vladimir Djambazov
Casper David Friedrichs berühmtes Gemälde “Eismeer” gab den Anstoß zu diesem Projekt. Als Ikone der Fortschrittsskepsis wurde das Bild immer wieder zitiert. Für den Komponisten Werner Cee haftet einer Industrieruine in Bitterfeld, einem nie benutzten Wasserspeicher, eine ähnliche Symbolik an – besonders deutlich während der Flutkatastrophe im Sommer 2002. Werner Cee konfrontiert in dem nachhallreichen “Klangspeicher” Musiker mit dem Bild von Friedrich und lässt das Stück in Improvisationsprozessen entstehen.
Deutschlandradio 2004

Soundscapes

Istanbul Crescendo

Eine Brücke über das Goldene Horn verbindet die beiden historischen Viertel von Istanbul: das alte orientalische Stambul und das 700 Jahre alte, europäisch geprägte Genuesenviertel Galata. Die Galatabrücke wurde zum zentralen Punkt meiner akustischen Begegnung mit Istanbul.
Wo die beiden Brückenhälften aufeinandertreffen, ist Ihre Verbindung unterbrochen, die Konstruktionselemente sind nicht fest miteinander verbunden. Und gerade hier materialisiert sich das konstante Rasen, wird sinnlich wahrnehmbar: Asphalt und Beton beben, Tonnen von Stahl schlagen gegeneinander. Hier scheint sich das Epizentrum zu befinden, das in konzentrischen Kreisen seine Wellen und Erschütterungen über das Stadtgebiet von Istanbul aussendet.
HR 2002

Am Anfang der See

The Hardangervidda in Southern Norway is a raugh tableland polished by ancient glaciers. This is where in formers times, scientists were trained for expeditions into the arctic, this is where water power once enabled the production of heavy water needed for the construction of atomic bombs: a plant established by Norwegian scientists in Rjukan was fervently fought over during the second world war and eventually destroyed.
Werner Cee uses the tension zone between archaic nature and short-lived human interference for his acoustic land art project. The Norwegian percussionist Terje Isungset positions artificial sounds in the landscape, plays on found material, communicates with the existing soundscape.
Deutschlandradio 2009

Die Kunde von den Klängen

„Dass die Dinge geschehen, ist nichts
Dass sie gewusst werden, ist alles.“

schreibt Egon Friedell 1927 in seiner Kultur-geschichte der Neuzeit.

„Können Sie mir beschreiben, was Sie gerade hören?“
Diese Frage stellte Werner Cee gezielt dreizehn Personen, jede erfahren im Hinhören, im Nachdenken über die Klänge. Jeder Einzelne zog sich an einen selbst gewählten Hör-Ort zurück, ausgerüstet mit Kopfbügelmikrophon und Recorder, und zeichnete seine Gedanken auf. So entstanden die Aufnahmen etwa an 70 Meter hohen Atlantikklippen, in groß-städtischen Hinterhäusern, in frostkalten Gärten...
Mit
Aylin Aykan, John Drever,  Neville Tranter, Natascha Wodin, Larry Sider,
Christina Kubisch,
Folkmar Hein, Jo Truman, Werner Fritsch, Walter Baumgartner, Peter Pannke, Kurt Diedrich, Shige Yamakata
WDR 2011

Wetter

In diesem Hörstück treffen zufällige Ereignisse auf kalkulierte Elemente und verbinden sich zu einem Gesamthörbild, das sich mit einer Kulturlandschaft vergleichen lässt: Wetter, Lichtverhältnisse, geographische Gegebenheiten und unkontrollierte Aspekte einer Landschaft. Menschliche Eingriffe wie Anpflanzungen oder das Errichten von Wegen und Gebäuden strukturieren das Bild neu und treten mit der Natur in eine Wechselwirkung, die oft erst den einmaligen Reiz einer Landschaft ausmacht.

Deutschlandradio 1999